Geschichte der Dresdner Parkeisenbahn

Seit den ersten Anfängen der Eisenbahn gab es gewisse Vorstellungen zur Nachbildung der Eisenbahn im Kleinen. So entstanden im Laufe der Zeit Liliput-, Spielzeug- und Modelleisenbahnen.

Die Dresdner Parkeisenbahn ist eine Nachbildung der großen Eisenbahn im Verhältnis 1:3,33. Die Spurweite beträgt 381 mm oder 15 Zoll. Damit gehört sie zu den Liliputeisenbahnen. Die Dampflokomotiven wurden 1925 bei der Firma Kraus & Maffay in München gebaut. Die Wagen wurden im Waggonbau Görlitz hergestellt. Zu ihren ersten Einsätzen kamen die Fahrzeuge bei Blumen- und der 2. internationalen Hygieneausstellung 1930/31 in Dresden. Aber bereits 1900 fuhr zur Bauausstellung eine elektrische Straßenbahn mit 1000 mm Spurweite am Großen Garten. Durch den Krieg kamen die Liliputteisenbahnen fast in Vergessenheit, bis der Vorschlag gemacht wurde, eine Kindereisenbahn zu bauen. So entstand die Dresdner Kindereisenbahn, welche am 01. Juni 1950 mit der 1,3 km langen Strecke vom Bahnhof "Fucikplatz" (heutiger Bahnhof "Am Straßburger Platz") bis zum Bahnhof "Zoo" eröffnet wurde. Aber zu dieser Zeit durften die Kinder nur wenige Tätigkeiten ausführen, außerdem sollte die Bahn nur vorübergehend in Dresden bleiben. Doch die Arbeit machte den Kindern sehr großen Spass und sie wollten, dass die Bahn zu einer ständigen Einrichtung in Dresden wird. Dieser Bitte wurde nachgegeben und so wurde am 01. Mai 1951 die erste Pioniereisenbahn der DDR eröffnet. Des weiteren wurde fast der ganze Fahrbetrieb in die Hände von Kindern übergeben. Am 01. Juni 1951 wurde ein weiterer Streckenabschnitt vom Bahnhof "Zoo" über die Bahnhöfe "Carolasee" und "Palaisteich" zurück zum Bahnhof "Zoo" in Betrieb genommen. Und am 15. Juli 1951, also nur 14 Tage später, wurde auch der Bahnhof "Karcherallee" für den Fahrbetrieb freigegeben. Die Strecke war nun insgesamt 5,6 km lang.

Im Jahre 1962 kam der Vorschlag einen dritten Zug einzusetzen, und so wurde die Elektrospeicherakkumulatorenlokomotive EA 01 im Raw Dresden gebaut. Die Elektrospeicherakkumulatorenlokomotive EA 02 wurde 1982 ebenfalls im Raw Dresden gebaut. Mit dieser Lok wurden auch 8 neue Wagen für einen vierten Zug übergeben.

Bei einer großen Sanierung des Bahnhofs "Zoo" erhielt dieser 1966 ein Gleisbildstellwerk und es wurde begonnen, die Bahnsteige des Bahnhofes zu überdachen. Diese Arbeiten waren 1968 beendet. Ebenfalls 1968 wurde ein zweites Streckengleis zwischen den Bahnhöfen "Fucikplatz" und "Zoo" gebaut. Das Bw am Bahnhof "Zoo" erhielt 1970 weitere Gleise zum Abstellen von Wagen. Im gleichen Jahr wurden auch 11 veraltete Wagen durch neue ersetzt.

Der Bahnhof "Palaisteich" wurde 1979 ebenfalls modernisiert und erhielt auch ein Gleisbildstellwerk, von welchem aus drei Lichtsignale bedient werden können. Im Bahnhof Zoo wurden die Weichen 1 und 8 auf Fernbedienung umgestellt.

Der Bahnhof "Fucikplatz" wurde von 1979 bis 1982 saniert. In dieser Zeit wurde das Empfangsgebäude erweitert und dieser Bahnhof erhielt als letzter ein modernes Gleisbildstellwerk.

Nach der politischen Wende wurde die "Dresdner Pioniereisenbahn" 1990 in die "Dresdner Parkeisenbahn" umbenannt. Eine Rundfahrt durch den Großen Garten mit einer von den je 2 Dampf- oder E-Loks dauert auf der 5,6 km langen Strecke ca. 30 min.

Im Jahr 1999 musste der Bahnhof "Straßburger Platz" für den Bau einer Fabrik von VW abgerissen werden, aber es wurde ein neuer Bahnhof gebaut, welcher in das Design der Gläsernen Manufaktur mit eingebunden ist und im Jahr 2000 zur 50 Jahrfeier eröffnet wurde. Die dazugehörige Gleisschleife stand allerdings erst ab April 2001 zur Verfügung. Während der Bauzeit war an der Herkulesallee ein provisorischer Bahnsteig errichtet wurden. und es wurde im Wendezugbetrieb zwischen den Bahnhöfen "Zoo" und "Herkulesallee" gefahren.

Zur Zeit sind ca. 200 Schülerinnen und Schüer unter der Aufsicht von etwa 50 Erwachsenen bei der kleinen Bahn tätig.